Als Innenarchitektin beschäftige ich mich täglich mit der Frage, wie Räume funktionieren, wirken und Menschen unterstützen können. Dabei geht es nicht nur um Gestaltung, sondern ebenso um Raumakustik, Orientierung, Atmosphäre und Aufenthaltsqualität.
Beim Umbau des Eingangsbereichs der SÜC Coburg stand genau diese Verbindung aus Funktion, Akustik und Gestaltung im Mittelpunkt. Gemeinsam mit der john gmbh aus Lichtenfels entstand ein Konzept, das moderne Raumakustik, Trockenbau und Innenausbau zu einer ganzheitlichen Lösung verbindet. Ziel war es, einen Empfangsbereich zu schaffen, der Besucher willkommen heißt, vertrauliche Beratungsgespräche ermöglicht und den Anforderungen eines modernen Unternehmens gerecht wird.
Der folgende Beitrag gibt Einblicke in die Planung, die Herausforderungen und die handwerkliche Umsetzung dieses Projekts.
Manche Räume zeigen erst auf den zweiten Blick, wie anspruchsvoll sie wirklich sind. Der Eingangsbereich der SÜC Coburg war so ein Raum: offen, hoch, stark frequentiert – und akustisch eine echte Herausforderung.
Hier kommen täglich Menschen an. Sie stellen Fragen, führen Beratungsgespräche, orientieren sich, warten, gehen weiter. Ein Foyer wie dieses ist kein neutraler Durchgangsraum. Es ist der erste Eindruck eines Unternehmens. Und es muss viel leisten: Empfang, Orientierung, Atmosphäre, Funktion – und vor allem eine Akustik, die Gespräche ermöglicht, statt sie zu überlagern.
Genau an diesem Punkt setzte die Umgestaltung an.
Die Aufgabe: Raumakustik im Eingangs- und Beratungsbereich verbessern
Die bestehende Raumsituation entsprach akustisch nicht mehr den Anforderungen an einen modernen Eingangs- und Beratungsbereich. Zu viel Nachhall, zu viele Reflexionen, zu wenig wirksame Absorptionsfläche: Für die Beratungssituationen bedeutete das vor allem eines – fehlende Vertraulichkeit und eingeschränkte Sprachverständlichkeit.
Hinzu kam eine bauliche Besonderheit der Bestandsfläche: Der Eingangsbereich ist über offene Lufträume mit den darüberliegenden Geschossen verbunden. Diese offenen Verbindungen zu den Büroflächen konnten baulich nicht grundsätzlich verändert werden, mussten aber in der akustischen Planung berücksichtigt werden. Denn Schall bleibt in einem solchen Raum nicht dort, wo er entsteht. Er wandert, steigt auf, reflektiert und verbindet Bereiche miteinander, die funktional eigentlich unterschiedliche Anforderungen haben.
Gerade deshalb war die akustische Aufgabe besonders anspruchsvoll. Es ging nicht nur darum, den Nachhall im Foyer zu reduzieren, sondern auch darum, mit den vorhandenen offenen Raumbeziehungen verantwortungsvoll umzugehen. Die bauliche Offenheit sollte erhalten bleiben, ihre akustischen Folgen mussten jedoch gezielt gemildert werden.
Gerade an den Beratungsplätzen war dies ein besonders sensibler Punkt. Denn hier geht es nicht nur um allgemeine Auskünfte oder kurze organisatorische Fragen. In Beratungsgesprächen werden häufig auch private, persönliche und teilweise sensible Themen besprochen. Kundinnen und Kunden müssen sich darauf verlassen können, dass solche Gespräche in einem geschützten Rahmen stattfinden – akustisch wie visuell.
Deshalb musste mit diesem Bereich besonders behutsam umgegangen werden. Die Akustik durfte nicht nur technisch verbessert werden; sie musste Vertraulichkeit ermöglichen. Gleichzeitig brauchte es eine visuelle Abtrennung, die den Besucherinnen und Besuchern der SÜC mehr Privatsphäre gibt, ohne die Offenheit des Foyers vollständig aufzugeben.
Die akustische Ausarbeitung entstand auf Grundlage professioneller akustischer Berechnungen und in Zusammenarbeit mit dem Hersteller Ecophon. So konnte eine maßgeschneiderte Raumakustik-Lösung entwickelt werden, die sowohl die Sprachverständlichkeit verbessert als auch die architektonische Gestaltung des Eingangsbereichs unterstützt.
Die Aufgabe der john gmbh bestand darin, diese Planung handwerklich präzise in den Raum zu bringen: mit der Montage der Akustikelemente, den erforderlichen Trockenbauarbeiten und den umfangreichen Malerarbeiten im Bestand.
Im Zuge der Umgestaltung wurde der gesamte Eingangsbereich neu strukturiert. An der Infotheke entstanden zwei Infoplätze für die Erstberatung. Ergänzend dazu wurden fünf weitere Beratungsplätze geschaffen, die für detailliertere Beratungsgespräche genutzt werden können.
Damit erhielt der Raum eine klare funktionale Ordnung: Ankommen, erste Orientierung, kurze Anliegen, vertiefende Beratung und Warten wurden räumlich besser gegliedert. Gerade in einem Foyer, das täglich von unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Anliegen genutzt wird, ist diese Lesbarkeit entscheidend. Der Raum muss intuitiv verständlich sein, ohne dabei streng oder abweisend zu wirken.
Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeiten betraf die Beratungsplätze. Hier wurden durch die john gmbh Trockenbauwände eingebracht, die die einzelnen Beratungsbereiche räumlich stärker fassen. Diese Wände übernehmen eine doppelte Funktion: Sie schaffen eine klare visuelle Abtrennung und leisten zugleich einen Beitrag zur akustischen Abschirmung der Beratungssituationen. So entstehen geschütztere Gesprächszonen, in denen vertrauliche Gespräche mit mehr Ruhe, Diskretion und Konzentration stattfinden können.
Auch die Malerarbeiten an diesen Trockenbauwänden sowie an den umgebenden Wandflächen im Beratungsbereich wurden von der john gmbh ausgeführt. Dadurch konnten neue Raumstruktur, Oberflächenbild und gestalterische Einbindung aus einer Hand umgesetzt werden.
Im Zentrum des Raumes entstand ein neuer Wartebereich. Er ist nicht als klassische Wartezone gedacht, sondern als eine Art Platz in der Natur – ein ruhiger Mittelpunkt unter einer Baumkrone.
Dieses Bild war für die räumliche Wirkung wesentlich. Der Wartebereich sollte Schutz und Orientierung geben, ohne sich vollständig vom Geschehen abzuschotten. Wer hier wartet, soll sich nicht verloren fühlen. Gleichzeitig sollen die Kundinnen und Kunden erkennen können, welcher Beratungsplatz als nächstes frei wird. Deshalb war es wichtig, dass vom zentralen Wartebereich aus alle Beratungsplätze einsehbar bleiben.
Diese Anforderung war planerisch und akustisch besonders anspruchsvoll. Denn Sichtbarkeit und Vertraulichkeit stehen in einem sensiblen Verhältnis zueinander. Der Wartebereich musste offen genug sein, um Orientierung zu ermöglichen, aber zugleich so abgeschirmt werden, dass Gespräche an den Beratungsplätzen oder an der Infotheke nicht im Wartebereich mitverfolgt werden können.
Neben den akustisch wirksamen Absorbern wurde deshalb auch mit einer zusätzlichen akustischen Ebene gearbeitet: Naturgeräusche unterstützen die räumliche Trennung zwischen Wartebereich, Infotheke und Beratungsplätzen. Sie erzeugen eine ruhige akustische Grundatmosphäre und tragen dazu bei, Gespräche weniger deutlich wahrnehmbar zu machen.
So entsteht eine Form von akustischer Diskretion, die nicht hart trennt, sondern behutsam überlagert.
Das innenarchitektonische Konzept griff das Thema Wald auf – als Sinnbild für nachwachsende Ressourcen, Nachhaltigkeit, Energie und natürliche Ruhe. Für die SÜC Coburg als regional verankertes Versorgungsunternehmen war dieses Motiv mehr als ein dekoratives Bild. Es übersetzte zentrale Themen des Unternehmens in den Raum: Verantwortung, Zukunftsfähigkeit und die Verbindung zur Region.
Die Akustikelemente wurden dabei nicht einfach als technische Ergänzung verstanden. Sie nehmen gestalterisch die Anmutung einer Baumkrone auf und strukturieren den hohen Luftraum des Foyers. Was auf den ersten Blick atmosphärisch wirkt, erfüllt zugleich eine klare Funktion: Die eingebrachten Absorber verbessern die Raumakustik, reduzieren Nachhall und unterstützen eine bessere Sprachverständlichkeit.
Ergänzt wurde diese akustische Wirkung durch die neu geschaffene räumliche Fassung der Beratungsplätze und durch die akustische Grundatmosphäre im Wartebereich.
So entsteht ein Zusammenspiel aus Decke, Wand, Oberfläche und Klang: Der Raum wird nicht nur akustisch optimiert, sondern auch lesbarer, geschützter und atmosphärisch dichter.
Eine der größten Herausforderungen lag in der Höhe des Foyers. Teilweise öffnet sich der Innenraum über mehr als zehn Meter. Für die Montage der Akustikelemente und die Malerarbeiten musste deshalb ein umfangreiches Flächengerüst eingebracht werden.
Dieses Gerüst füllte den Luftraum nahezu vollständig aus und verwandelte das Foyer für die Bauzeit in eine temporäre Arbeitslandschaft aus Ebenen, Stegen und Zugängen.
Gerade bei einem Bestandsgebäude zeigt sich, wie anspruchsvoll professioneller Innenausbau tatsächlich ist. Es geht nicht nur darum, neue Elemente zu montieren oder Flächen neu zu gestalten. Es geht darum, bestehende Strukturen zu verstehen, Höhen sicher zu erschließen, Anschlüsse präzise herzustellen und alle Arbeiten so zu koordinieren, dass am Ende ein stimmiges Ganzes entsteht.
Neben der Montage der Akustikelemente war die john gmbh auch mit Trockenbau- und Malerarbeiten beauftragt. Diese Gewerke bildeten die Grundlage dafür, dass die neue Gestaltung nicht wie ein nachträglicher Eingriff wirkt, sondern selbstverständlich Teil des Raumes wird.
Der Trockenbau schuf klare Anschlüsse, saubere Übergänge und die bauliche Vorbereitung für die Integration der Akustikelemente. Im Bereich der Beratungsplätze entstanden durch die neuen Trockenbauwände eigenständigere Gesprächszonen, die Offenheit und Schutz in ein ausgewogenes Verhältnis bringen.
Die Malerarbeiten gaben dem hohen Foyer und den Beratungsbereichen eine neue Fassung. Insbesondere an den neu eingebrachten Trockenbauwänden wurde mit grünen Wandflächen das Gestaltungskonzept des SÜC-Waldes weitergeführt.
Leistungen der john gmbh bei diesem Projekt
Heute zeigt sich der Eingangsbereich der SÜC Coburg deutlich ruhiger, klarer und atmosphärischer. Die neuen Akustikelemente prägen den Raum gestalterisch und verbessern zugleich seine Funktion. Die Beratungsplätze gewinnen durch die eingebrachten Trockenbauwände an visueller Fassung und akustischer Abschirmung.
Mit zwei Arbeitsplätzen für die Erstberatung an der Infotheke, fünf weiteren Beratungsplätzen für detaillierte Gespräche und einem zentralen Wartebereich wurde der Raum funktional neu geordnet.
Damit erhalten Besucherinnen und Besucher mehr Privatsphäre – eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass auch sensible und persönliche Anliegen in einem vertraulichen Rahmen besprochen werden können. Die Beratungssituationen wirken geschützter, die Orientierung im Raum wird klarer und das gesamte Foyer erhält eine ruhigere Nutzungssituation.
Auch die vorhandenen offenen Lufträume zu den darüberliegenden Büroflächen wurden in der Planung berücksichtigt. Sie konnten nicht grundsätzlich verändert werden. Durch die schwebend wirkende „akustische Baumkrone“ aus Absorbern konnte die akustische Ausgangssituation jedoch deutlich verbessert und die Nutzungsqualität des Raumes nachhaltig gesteigert werden.
Aus einem akustisch schwierigen Eingangsbereich wurde ein Empfangsort mit neuer Klarheit. Aus Hall wurde Ruhe. Aus offenen Beratungsplätzen wurden geschützte Gesprächsbereiche. Aus einem unruhigen Luftraum wurde ein Raum, der Offenheit bewahrt und gleichzeitig Diskretion ermöglicht.
Ursula Karoline Göhring ist Diplom-Ingenieurin (FH) für Innenarchitektur, Gründerin und Geschäftsführerin von GOIA – Goehring Innenarchitektur. Nach ihrem mit Auszeichnung abgeschlossenen Studium der Innenarchitektur in Coburg war sie in führenden Positionen international tätiger Unternehmen tätig, bevor sie ihr eigenes Büro in Oberfranken gründete. Heute entwickelt sie mit ihrem Team Konzepte für Arbeitswelten, öffentliche Einrichtungen und anspruchsvolle Bestandsgebäude.
Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen nachhaltige räumliche Transformationen, die Funktion, Atmosphäre, Unternehmenskultur und Nutzerbedürfnisse miteinander verbinden. Als Vorsitzende des Bundes deutscher Innenarchitektinnen und Innenarchitekten (bdia) Bayern engagiert sie sich zudem für die Weiterentwicklung der Innenarchitektur und zukunftsfähige Raumkonzepte. Ihre Überzeugung: Gute Räume entstehen dann, wenn die Geschichte, die Kultur und die Vision eines Unternehmens sichtbar und erlebbar werden.
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Die john gmbh aus Lichtenfels unterstützt Unternehmen, Kommunen und öffentliche Auftraggeber in Coburg, Lichtenfels, Bamberg, Kronach, Kulmbach sowie in ganz Oberfranken bei Projekten in den Bereichen Raumakustik, Trockenbau, Malerarbeiten, Bodenverlegung und ganzheitlichem Innenausbau.
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Malerbetrieb john in Lichtenfels
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